Wingsuit

Als Wingsuit oder Flügelanzug bezeichnet man den Overall, der es Menschen ermöglicht, ohne Fallschirm oder Gleitschirm durch die Luft zu gleiten. Die spektakulären Bilder von Menschen, die von einem Hochhaus in Chicago abspringen und durch die Straßenschluchten gleiten, sind dank Film und Fernsehen durchaus bekannt.

Die Entwicklung des Anzugs

Schon Leonardo da Vinci wollte Menschen in einen speziellen Anzug mit Flügeln daran stecken, scheiterte aber, weil er die Flügel noch hinter dem Rücken entlangführte und von den Armen halten ließ. Die Belastung war einfach zu groß für den menschlichen Körper. Es dauerte bis in die 1990er Jahre, das richtige Verhältnis zwischen möglichst großer Tragfläche und möglichst geringer Belastung für die nicht zum Fliegen ausgelegte Muskulatur zu finden. Der Flügelanzug ist nicht zum Landen geeignet, dafür braucht es nach wie vor einen Fallschirm. Viele Versuche seit 1910, den Anzug wirklich nutzbar zu machen, endeten tödlich, und die sogenannten Birdmen waren stets in den Medien präsent.

Aufbau und Wirkungsweise des Anzugs

Die Gleitflächen des Anzugs befinden sich zwischen den Beinen und zwischen Armen und dem Körper des Fallschirmspringers. Zusätzlich gibt es auf dem Rücken einen Fallschirm. Denn der Wingsuit kann nicht zum Landen genutzt werden, er wandelt lediglich einen Teil der Kräfte beim Fallen in eine horizontale Bewegung um. Dabei liegt die Gleitzahl bei bis zu 1:3, bei einem Meter Abwärtsbewegung gleiten Sie also drei Meter vorwärts. Der beste Gleitwinkel wird (abhängig vom verwendeten Modell) bei einer durchschnittlichen Fluggeschwindigkeit von 130 km/h erreicht, die Sinkgeschwindigkeit liegt bei etwa 40 bis 50 km/h. Natürlich können auch niedrigere Sinkgeschwindigkeiten erreicht werden – allerdings ist die Horizontalgeschwindigkeit dann niedriger, der Gleitwinkel nicht optimal.

Ausbildung und Erlaubnis

Wenn Sie sich für den Wingsuit interessieren, müssen Sie zuerst die Ausbildung für den normalen Fallschirm absolvieren. Zumindest in Deutschland dürfen Sie nur dann mit dem Flügelanzug springen, wenn Sie wenigstens 200 Fallschirmsprünge absolviert haben, und selbst dann zunächst nur begleitet. Grund dafür sind die vielen Todesfälle, die es bei spektakulären Sprüngen gab.