Rettungsfallschirm

RettungsfallschirmEin Rettungsfallschirm wird im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Fallschirm nur in Notsituationen (Luftnot) eingesetzt und wird daher auch als Notschirm oder Reserveschirm bezeichnet. Während der Fallschirm zwecks Absetzens von Personen auf dem Boden zu den Luftsportgeräten im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 10 LuftVG gehört, bildet der Rettungsfallschirm, der präventiv mitgenommen wird, gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 8 LuftVG eine eigene Luftfahrzeugklasse in Deutschland.

Wie der Rettungsfallschirm mitgeführt und ausgelöst wird, hängt von den Umständen der möglichen Notsituationen ab. Man unterscheidet zwischen Flächenfallschirmen, Rogallo-Typ-Fallschirmen und Rundkappenfallschirmen. Ein Flächenfallschirm ist ein Gleitschirm, der aus einem Gleitsegel mit Luftkammern besteht. Solche Schirme können etwa bei Ultraleichtflugzeugen oder Flugdrachen eingesetzt werden. Die Auslösung erfolgt manuell. Das Fluggerät und Sie als Pilot hängen im Notfall dann zusammen an den Leinen des Schirms. Verlassen Sie das Flugzeug in der Notsituation, z. B. bei kleineren Luftfahrzeugen (Segelflugzeugen etc.), sind Sie in der Regel auf einen Rundkappenschirm angewiesen, mit dem Sie getrennt vom Flugzeug zu Boden gleiten. Bei manchen Flugzeugen, etwa bei Militärmaschinen, eignet sich ein Rettungssystem, bei dem der Rettungsfallschirm Teil des Systems ist und das per Knopfdruck ausgelöst wird (Stichwort Schleudersitz).
Beim Fallschirmspringen führen Sie streng genommen keinen Rettungsfallschirm mit, sondern einen zweiten Sprungfallschirm als Reserveschirm. Neben der Hauptkappe ist dieser Notschirm die wichtigste Ausrüstung beim Fallschirmspringen. Die Größe des Schirms richtet sich dabei nach Ihrem Gewicht. Der Rettungsfallschirm muss aber in jedem Fall mit dem Hauptschirm kompatibel sein, weil er dort untergebracht wird. Darauf sollten Sie unbedingt achten, ebenso darauf dass der Reserveschirm ordnungsgemäß integriert ist. Bei einer Öffnungsstörung kappen Sie in der Regel die Verbindung zum Hauptschirm und öffnen den Reserveschirm manuell. Vergewissern Sie sich auch, ob Sie ein automatisches Öffnungssystem haben (AAD), das den Reservefallschirm luftdruckbedingt automatisch öffnet, wenn Sie nicht dazu in der Lage sind.
Bildquelle: Karl-Heinz Liebisch  / pixelio.de