Indoor-Skydiving: Das erste Gefühl vom Fliegen

60 Sekunden freier Fall: Kaum ein anderer Sport bietet einen so intensiven Adrenalinrausch wie Fallschirmspringen. Wer einen ersten Geschmack auf dieses Erlebnis bekommen möchte, braucht aber nicht gleich in 4000 Metern Höhe zu steigen. Denn beim Indoor-Skydiving, auch Bodyflying genannt, können Sie eine Art von Testflügen ausprobieren, und das hat gleich mehrere Vorteile.

Wie funktioniert Indoor-Skydiving?

Ausgestattet mit Helm und einem Springer-Anzug betritt man einen Raum, der nach oben hin lang wie ein Tunnel ist. Der Boden besteht aus einem Netz. Unter diesem produzieren Ventilatoren einen etwa 280 km/h starken Windstrom. Nun lässt sich die Person wortwörtlich in die Luft heben: Sie schwebt mehrere Meter über dem Boden. Ein erfahrener Ausbilder ist dabei stets mit im Windtunnel und gibt Anweisungen. Denn durch gezielte Körperbewegungen beeinflusst man Flughöhe und -richtung. Profis beherrschen dies so gut, dass sie spektakuläre Formationen und extrem schnelle Manöver vorführen können. Übrigens: Der Windtunnel wird nach oben hin breiter. Dadurch lässt dort die Sogwirkung deutlich nach und die Person kann unmöglich gegen die Decke fliegen.

Welche Vorteile bietet das Bodyflying?

Personen, die Indoor-Skydiving mal ausprobiert haben, sind begeistert: Es fühlt sich wie fliegen an, macht unglaublichen Spaß und schon nach einigen Sekunden meistert man die Technik soweit, dass man kontrolliert durch den Tunnel schweben kann. Außerdem ist das Gute an diesem Sport, dass er für Menschen mit Höhenangst geeignet ist. Daneben ist Bodyflying auch ungefährlicher als Fallschirmspringen, sehr günstig, ideal für Anfänger und völlig unabhängig von den Witterungsbedingungen draußen.

Worauf müssen Sie beim Indoor-Skydiving achten?

Für das Bodyflying sollten Sie köperlich fit sein, nicht über 120 Kilo wiegen, nicht schwanger sein und keine akuten Probleme mit dem Herz-Kreislauf, dem Rücken oder den Gelenken haben. Tragen Sie bequeme Kleidung und Turnschuhe. Die restliche Ausrüstung bekommen Sie gestellt. Das Mindestalter beträgt vier Jahre.

Wie entstand der Sport?

Indoor-Skydiving gibt nicht erst seit kurzem, sondern geht auf eine abenteuerliche Erfindungsgeschichte zurück: 1964 nutzte der amerikanische Fallschirmspringer Jack Tiffany die nach oben gerichteten Propeller eines Flugzeuges, um in der Luft zu schweben. 1979 wurde der erste Freifallsimulator in Kanada gebaut. Nach weiteren Verbesserungen dienten die Windtunnel zur Übungen für Fallschirmspringer. Das ist heute noch so, allerdings können auch viele Nicht-Profis Indoor-Skydiving ausprobieren. Der mit 17 Metern längste Windtunnel steht in Bottrop.