Die Geschichte des Fallschirmspringens

Conical Parachute, 1470s, British Museum Add. MSS 34,113, fol. 200vDie Geschichte des Fallschirmspringens geht bis ins 15. Jahrhundert zurück als der berühmte Leonardo da Vinci im Jahre 1483 einen pyramidenförmigen Fallschirm zeichnete. Laut den Aufzeichnungen wollte er als Material dafür Leinen und Holz verwenden. Die Ehre den ersten Flug mit einem Fallschirm begangen zu haben, durfte sich da Vinci allerdings nicht anschreiben.

Erste Fallschirmflüge

Über den ersten Flug in der Geschichte des Fallschirmspringens gibt es unterschiedliche Aussagen. Unbestätigten Berichten zufolge erfand der Gelehrte Faust Vrancic in der heutigen kroatischen Stadt Sibenik einen Fallschirm, denn er dann im Jahr 1617 kurz vor seinem Tod höchstpersönlich ausprobierte. Diese Geschichte konnte allerdings niemals bestätigt werden.

So gilt im heutigen Verständnis der Wissenschaftler eher der französische Erfinder Louis-Sebastian Lenormand als erster Mensch, der einen Fallschirmflug erfolgreich durchführen konnte. Im Jahr 1783 sprang der Franzose mit seinem selbsterfundenen Fallschirm vom Observatorium in Montpellier und begründete so den Anfang der Geschichte des modernen Fallschirms.

In der Folge entwickelte die Wissenschaft immer schneller neue Verbesserungen ihre Fallschirme und testeten diese. 1785 ließ aus diesem Grund der Franzose Jean-Pierre Blanchard zuerst einen Hund und ein Jahr später in Hamburg einen Hamel an einem Fallschirm zu Boden.

Mit André-Jacques Garnerin gelang es 1797 zum ersten Mal einem Menschen aus größerer Höhe abzuspringen. Der Franzose brachte sich in einem Wasserstoff-Ballon auf ungefähr 400 Meter Höhe, bevor er mit dem Fallschirm absprang.

In den folgenden Jahrhunderten versuchten sich die besten Fallschirmspringer immer wieder mit neuen Rekorden abzulösen und machten das Fallschirmspringen so weltweit immer bekannter.

Der 2. Weltkrieg – Beginn der modernen Fallschirmsprung-Geschichte

Im 2. Weltkrieg wurde der Fallschirm dann auf einmal auch zu einem militärischen Instrument. Zum einen begann man die Flugzeugpiloten mit so genannten Notfall-Fallschirmen auszustatten, die ihnen im Falle eines Abschusses das Leben retten sollten.

Zum anderen begann man auch mit der Ausbildung ganzer Spezialeinheiten aus Fallschirmspringern, die man bevorzugt mit Hilfe von modernen Fallschirmen hinter der Kriegsfront absetzen ließ um Geheimmissionen im Feindesland durchzuführen.

Erst nach Ende des Weltkrieges wurde der Fallschirm auch immer mehr zum Sport für die Allgemeinheit. Erste Sportvereine aus Fallschirmspringern wurden gegründet und die Anzahl der Sprünge stieg rasend.

Der 1960 aufgestellte Rekord für den aus 31.332 Metern durchgeführten höchsten Absprung von US-Soldat Joseph Kittinger im Rahmen eines Forschungsprojektes des Militärs, brach erst im Oktober 2012 der österreichische Extremsportler Felix Baumgarnter, als er sich bei seinem Sprung aus der Stratosphäre ganze 39 Kilometer über der Erde befand.

Bildquelle: Wikipedia